Donnerstag, 19.02.2026

Tangerhütte stellt Weichen für finanziell nachhaltige Zukunft bis 2033: Haushaltsklausur erarbeitet erste Lösungsansätze für strukturelles Defizit

Pressemitteilung Nr. 019/2026

Die Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte hat in ihrer zweiten Haushaltsklausur am Dienstag, den 17.02.2026, intensiv über Wege zu einem finanziell nachhaltigen Haushalt bis 2033 beraten. Angesichts eines prognostizierten strukturellen Fehlbetrags von bis zu 2,24 Millionen Euro im Jahr 2026 und darüber hinaus, ist die Verwaltung entschlossen, umfassende Konsolidierungsmaßnahmen zu ergreifen, um die Handlungsfähigkeit der Stadt langfristig zu sichern.

Die Kämmerin Kathleen Altmann, die die Ergebnisse der Klausur präsentierte, verdeutlichte die ernste finanzielle Lage: „Trotz einer grundsätzlich erfreulichen Entwicklung bei unseren Steuereinnahmen, die bis 2029 auf über 10 Millionen Euro steigen sollen, wird diese positive Entwicklung durch massive externe Belastungen leider mehr als aufgezehrt.“

Als Hauptfaktoren nannte Altmann den drastischen Rückgang der Schlüsselzuweisungen vom Land – von 3,43 Millionen Euro (2024) auf voraussichtlich 2,5 Millionen Euro (2025) – sowie den kontinuierlichen Anstieg der Kreisumlage auf bis zu 5,94 Millionen Euro pro Jahr. Diese beiden Posten stellen einen nicht oder kaum beeinflussbaren Abfluss dar, der direkt auf die Steuerkraft der Gemeinde zurückzuführen ist. Hinzu kommen hohe Fixkosten, insbesondere im Bereich der Personalaufwendungen, die mit über 10 Millionen Euro pro Jahr die größte Einzelposition im Haushalt darstellen.

„Ein nicht ausgeglichener Haushalt“, so Altmann, „gefährdet die Handlungsfähigkeit unserer Gemeinde massiv, schränkt zukünftige Investitionen ein und zwingt uns zur Erstellung eines verbindlichen Konsolidierungskonzepts (HKK). Wir müssen handeln, um die vorhandene Infrastruktur nicht weiter zu schädigen und eine immer höhere Verschuldung zu vermeiden.“

In der Klausur wurden erste strategische Handlungsfelder und Potenziale identifiziert, um den Fehlbetrag bis 2033 zu minimieren und bestenfalls einen Haushaltsausgleich zu erreichen:

  1. Anpassung von Steuern, Gebühren und Entgelten: Es ist geplant, Friedhofsgebühren, Kita-Beiträge, Nutzungsentgelte für Sportstätten und Freibäder sowie die allgemeine Steuerpolitik zu überprüfen und anzupassen. Das Ziel ist es, wo rechtlich zulässig und sozial vertretbar, Kostendeckung zu erreichen und den allgemeinen Haushalt zu entlasten.
  2. Im Fokus stehen Effizienzmaßnahmen in allen Bereichen. Neben der kritischen Betrachtung der Personalkosten sollen auch Sach- und Dienstleistungen optimiert werden. Insbesondere durch Investitionen in intelligente Heizsysteme und effiziente Straßenbeleuchtung aus dem Sondervermögen sind erhebliche Einsparungen prognostiziert.
  3. Das vorhandene Sondervermögen soll strategisch eingesetzt werden unter den Handlungsfeldern nachhaltige Haushaltsentlastung, Sicherung der Daseinsvorsorge oder Steigerung der Effizienz.

Die erste grobe Sichtung von HKK-Maßnahmen und zusätzlichen Potenzialen aus dem Sondervermögen zeigt eine vielversprechende Wirkung: „Die geplanten Konsolidierungsmaßnahmen haben das Potenzial, den Fehlbetrag über die Jahre hinweg deutlich zu reduzieren“.

Die Verwaltung wird nun die Vorbereitung weiterer rund 70 HKK-Maßnahmen intensiv vorantreiben. Der Redaktionsschluss hierfür ist der 25. März 2026, mit weiteren Abstimmungsterminen in den Gremien im April.

„Die Ergebnisse unserer zweiten Haushaltsklausur machen deutlich, dass wir vor großen Herausforderungen stehen, aber auch klare Wege zur Bewältigung identifiziert haben“, resümiert Bürgermeister Andreas Brohm. „Es gibt keine einfachen Lösungen, und der Weg zu einem nachhaltigen Haushalt erfordert harte Entscheidungen und die Unterstützung aller. Unser Ziel ist es, die finanzielle Stabilität der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte langfristig zu sichern und die Handlungsfähigkeit nach Jahren wieder gesetzeskonform herzustellen.“

Tangerhütte stellt Weichen für finanziell nachhaltige Zukunft bis 2033: Haushaltsklausur erarbeitet erste Lösungsansätze für strukturelles Defizit
Pressemitteilung Nr. 019/2026
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