Der Stadtrat entscheidet am Mittwoch über Kita-Kostenbeiträge
Pressemitteilung Nr. 098/2026
Anpassung dient der Sicherung verlässlicher Kinderbetreuung
Am Mittwoch, dem 29. April 2026, entscheidet der Stadtrat der Einheitsgemeinde über die geplante Anpassung der Kostenbeiträge für die Kindertageseinrichtungen.
Die geplante Anpassung ist aus Sicht der Verwaltung eine notwendige und wohlüberlegte Maßnahme. Sie dient der Sicherung der pädagogischen Qualität, einer adäquaten Personalausstattung und der langfristigen Zukunftsfähigkeit der Einrichtungen.
Die Anpassung wurde bereits am 2. Juni 2025 im Sozialausschuss intensiv beraten und dort mehrheitlich empfohlen. Zugleich wurde aus dem Ausschuss heraus eine Begrenzung der jährlichen 3-%-Anpassung auf die Jahre 2026 und 2027 beschlossen. Die nun anstehende Entscheidung des Stadtrates knüpft damit an eine bereits geführte fachliche Beratung an.
Kostenentwicklung seit 2019
Die letzte grundlegende Kalkulation der Kostenbeiträge stammt aus dem Jahr 2019. Damals lag die angestrebte Verteilung der Defizitkosten bei 31 % Elternanteil und 69 % Gemeindeanteil. Dieses Verhältnis hat sich in den vergangenen Jahren zulasten der Gemeinde verschoben, weil Kostensteigerungen nicht entsprechend weitergegeben wurden.
Inzwischen belaufen sich die kalkulierten durchschnittlichen Platzkosten auf rund 6,23 Mio. Euro. Nach Abzug der Zuweisungen von Land und Landkreis in Höhe von rund 2,48 Mio. Euro verbleibt ein Defizit von rund 3,75 Mio. Euro. Davon sollen die Eltern künftig rund 1,03 Mio. Euro mittragen. Der verbleibende Anteil von rund 2,72 Mio. Euro bleibt weiterhin bei der Gemeinde. Damit trägt die Gemeinde auch nach der Anpassung weiterhin den deutlich größeren Anteil des Defizits.
Qualität und Personal kosten Geld
Die Diskussion über Elternbeiträge steht auch im Zusammenhang mit der Frage, wie die Gemeinde verlässliche Öffnungszeiten, ausreichendes Personal und gute pädagogische Arbeit dauerhaft sichern kann. Im Sozialausschuss wurde bereits deutlich, dass der reine Mindestpersonalschlüssel des Landes insbesondere in kleinen Einrichtungen nicht ausreicht, um Krankheit, Urlaub und tatsächliche Betreuungsanforderungen verlässlich abzusichern.
Bürgermeister Andreas Brohm erklärt dazu:
„Niemand trifft eine solche Entscheidung leichtfertig. Uns ist bewusst, dass jede Erhöhung der Elternbeiträge Familien zusätzlich belastet. Gleichzeitig müssen wir als Gemeinde die Kraft haben, dort Anpassungen vorzunehmen, wo Kosten dauerhaft gestiegen sind. Gute Kinderbetreuung braucht eine solide Finanzierung.“
Sorgen der Eltern werden ernst genommen
Die Gemeinde nimmt die Kritik der Gemeindeelternvertretung ernst. Die dort genannten Sorgen zu sozialer Belastung, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zur Attraktivität des Standortes sind wichtige Gesichtspunkte. Die Elternvertretung lehnt die Erhöhung ausdrücklich ab und sieht insbesondere die automatische jährliche Steigerung kritisch.
Aus Sicht der Verwaltung bleibt dennoch festzuhalten: Ohne Anpassung verschwindet das Defizit nicht. Es verbleibt vollständig im Gemeindehaushalt und müsste an anderer Stelle ausgeglichen werden.
Stadtrat entscheidet über die konkrete Ausgestaltung
Die Verwaltung legt einen Vorschlag vor. Die Entscheidung über Umfang, Zeitpunkt und Ausgestaltung trifft der Stadtrat. Jede Fraktion hat die Möglichkeit, Änderungsanträge zu stellen und eine geringere oder anders gestaffelte Anpassung vorzuschlagen.
„Entscheidend ist nicht, dass ausschließlich der Verwaltungsvorschlag beschlossen wird. Entscheidend ist, dass der Wille besteht, das bestehende Ungleichgewicht anzuerkennen und eine verantwortbare Lösung zu finden“, so Bürgermeister Brohm.